Eröffnung der Sonderausstellung „Kleinste Schönheiten des Meeres in 3D“

5. April 2019

Die meisten Menschen denken bei der Vielfalt des Lebens in den Ozeanen an Fische, Wale, Seehunde, Tintenfische, Muscheln, Krabben, Seesterne und vielleicht noch an Korallen und große Algen. Tatsächlich aber sind die meisten Lebewesen im Meer Einzeller – egal, ob man Anzahl, Biomasse, biologische Aktivität oder Artenvielfalt betrachtet. Winzige Bakterien, einzellige Algen und Urtierchen leisten einen großen Teil der Photosynthese und der Abbauprozesse im Meer. Viele der Einzeller tragen Skelette oder Gehäuse aus Silikat oder Calciumcarbonat und lassen nach ihrem Absterben gewaltige Mengen an Mikrofossilien zurück. Diese bedecken große Teile des Meeresbodens, bleiben den Menschen aber meist verborgen, da sie kleiner als Sandkörner (1/100 bis 1/10 mm) sind. Wer hat noch nicht auf einer Mittelmeerinsel am Strand gesessen, ohne zu wissen, dass dieser großenteils aus Mikrofossilien von Einzellern besteht?

In der Ausstellung werden drei Gruppen von einzelligen Meeresbewohnern vorgestellt: Kieselalgen, Strahlentierchen und Kammerlinge. Das Besondere: Man sieht die Winzlinge aufgrund einer speziellen Darstellungsmethode räumlich. Die Autoren, Prof. Dr. Heribert Cypionka vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres der Universität Oldenburg und Dipl.-Ing. Eberhard Raap aus Sangerhausen, haben aus mikroskopischen Schichtbildserien mit Hilfe des Bildbearbeitungsprogramms PICOLAY synthetische 3D-Bilder erstellt, die man durch spezielle (Anaglyphen-)Brillen betrachten kann. Die Bilder dieser Ausstellung beruhen auf Bildstapeln mit je 30 bis 100 Bildern, aufgenommen im Abstand von wenigen Mikrometern. Die Besucher erwartet eine Vielfalt von Organismen mit filigranen und bizarren Formen, die durch die stereoskopische Darstellung plastisch erfasst werden.

Herzlichen Dank für die Unterstützung der Ausstellung geht an cewe und das Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg.

Die Ausstellung „Kleinste Schönheiten des Meeres in 3D“ ist bis zum 4. August 2019 im Nationalpark-Haus Museum Fedderwardersiel zu sehen.